Das sind wir

Wir, das sind Isabell 28 Jahre und Kai 34 Jahre. Wir sind seit 1995 ein glückliches Paar. Im Jahr 2001 haben wir geheiratet. Danach sind wir das erste Mal nach Toronto / Kanada geflogen um dort noch einmal zu heiraten (kirchlich). Wir verbrachten auch gleich unsere Flitterwochen dort. 2002 versuchten wir das erste Mal nach Kanada zu gehen. Das es gescheitert ist, lag an sehr verschiedenen Dingen. Nun gut und dann waren wir wieder in Stuttgart. 2006 zogen wir in die Toscana Deutschlands, ins Dreiländereck nach Lörrach. Wir waren 2008 bereit einen neuen Versuch zu starten.

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Wieso weshalb warum Kanada

1988 Kai sieht zum ersten Mal die Olympischen Winterspiele in Calgary. Von da an möchte er unbedingt einmal in dieses Land.

1995 steckte er Isabell mit diesem Traum an

2001 als wir dann das erste Mal in diesem Traumland waren, sind wir so fasziniert, das es jetzt ganz sicher ist, hier wollen wir hin

2002 wir versuchen auszuwandern und sind gescheitert

2007 aus einem schnell gesagten Satz entsteht eine Lawine aus Geschehnissen

2008 LMO kommt und die Work Permit ebenso

Es gibt viele Sachen die wir hier auflisten könnten, was gut und schlecht an Deutschland ist, aber man könnte dies genauso von Kanada tun. In jedem Land der Erde gibt es Vor- und Nachteile. Der Hauptgrund wieso wir diesen Schritt gehen ist der, das wir hier keine Perspektive sehen, keine berufliche Zukunft und unsere Träume nicht verwirklichen können. Unsere Freunde und Familie wissen, was unsere Träume sind und wie es im Berufsleben von Kai aussieht - hier in Deutschland. Aber es ist auch die Faszination der Größe dieses Landes, der Natur und der Sportarten (die es leider hier kaum gibt und hier nicht gefördert werden).

Unsere Geschichte

Wir möchten hier noch einmal unsere Geschichte erzählen. Es ist auch für fremde Auswanderungswillige gedacht, die sich von solchen Seiten Tips und Anregungen holen.

Wir probierten 2001 schon einmal auszuwandern. Wir machten alles so, wie man es nicht machen sollte. Aber wir haben daraus gelernt.

Aber diesmal gingen wir es anders an. Wir gaben den Traum nie auf, noch einmal nach Kanada zu gehen. 2007 haben wir entschlossen, das sich in unserem Leben etwas ändern muss.

Wie kommen wir wieder nach Kanada
Nach tagelanger Recherche am PC auf den Seiten der kanadischen Botschaft zeigte sich ein Weg auf.
Ein Businessvisa kam nicht in Frage, da wir in Deutschland keine Firma besaßen und auch nicht das nötige Kleingeld um ein kanadisches Unternehmen zu kaufen.
Eine Familienzusammenführung kam auch nicht Frage, da wir keine Familie in Kanada haben, soweit wir wissen.
Als Flüchtlinge hatten wir auch keine Aussicht auf Erfolg.
Einen Antrag auf Permanent Residence von Deutschland aus zu stellen und 2-3 Jahre warten bis es eine positive oder negative Antwort gibt, wollten wir auch nicht, da dieser Status bestenfalls nur den Aufenthalt aber keinen Arbeitsplatz garantiert.
Das Youth Mobility Programm kam für uns auch nicht in Frage, da man das Land nach dem einen Jahr wieder verlassen muß.
Selbiges gilt für das Young Worker Exchange Programm.

Der einzige Weg für uns nach Kanada zu kommen, war der, einen Arbeitgeber zu finden, der Kai ins Land holt. Nachdem wir viele negative Berichte darüber gelesen haben, waren unsere Hoffnungen nicht besonders hoch, da einen Treffer zu landen. Aber gut, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Kai arbeitete in der Galvanik für eine amerikanische Firma in Deutschland. Er hat das nicht gelernt, aber bekam in dieser Firma eine Chance und arbeitete sich bis in die Qualitätssicherung hoch. Es hat ihm sehr viel Spaß gemacht, deswegen entschieden wir uns, es in dieser Branche in Kanada zu versuchen.

Wo wollen wir hin, in Kanada
Jetzt kam die Frage, wo wollen wir hin. Wir kannten ja nur Ontario, wußten aber durch unsere Recherchen, das dort die Arbeitsmarktsituation nicht gut aussieht. An die Ostküste wollten wir nie. Da die Arbeitsmarktprognose für Alberta am positivsten war, beschlossen wir dort zu beginnen, als nächstes sollte dann British Columbia wegen seiner Natur folgen. Dann haben wir in den Yellow Pages von Kanada einfach den Begriff “Plating” eingegeben. Es listete uns eine Menge Firmen auf. Wir schauten jede einzelne an und besuchten von jeder Firma die Homepage (wenn sie eine hatten). Wir laßen uns alles genau durch. Danach ging es daran eine englische Bewerbung zu schreiben. Auch da durchforsteten wir stundenlang Internetseiten um dies auch korrekt zu tun. Außerdem haben wir eine super Freundin die uns dabei unterstützt hat. Insgesamt kamen 43 Bewerbungen zusammen. Davon schickten wir jedoch vorerst nur 19 nach Alberta ab (alle per Email).

Der erste Schritt
Wie gesagt große Hoffnungen machten wir uns nicht. Dann kam am 04.06.2007 eine Antwort zurück. Man habe mit großem Interesse Kai seine Bewerbung durch gelesen und sei interessiert. Man wollte ein persönliches Gespräch. Am 07.06.2007 fand dann das telefonische Gespräch statt. Sie unterhielten sich sehr lange und verstanden sich sehr gut. Er suchte schon lange händeringend nach jemanden mit Erfahrung im Galvanikbereich. Am 08.06.2007 bekamen wir den Arbeitsvertrag. Wir konnten es gar nicht richtig glauben. Wir wußten nicht, ob das richtig, ist seinen Arbeitgeber vorher nicht gesehen zu haben. Aber dann dachten wir, wieviele gehen über das Arbeitsamt nach Kanada und sehen ihren Arbeitgeber auch nicht oder werden über die Jobfairmessen angestellt, wo auch nur Agents da sind. Oft zweifelten wir daran, ob unsere Entscheidung richtig war.

Der Arbeitgeber stellte sich als sehr gewissenhaft und treu da. Er sagte: ”Kai sag mir was Du brauchst und ich besorge es Dir.”  Also der Arbeitgeber benötigte eine LMO. Er beantragte sie. Dies war eine sehr nervenaufreibender Zeit. In den Seiten der Homepage stand, das die Bearbeitungszeit ca. 90 Tage dauert. Wir warteten 120 Tage und es geschah nichts. Der Chef rief mehrmals die Behörde an und wurde von Woche zur Woche vertröstet. Nebenbei mußte er Anzeigen auf dem kanadischen Arbeitsmarkt aufsetzen, um zu beweisen, das wirklich kein Kanadier für diese Stelle zu finden ist.
Die ganze Zeit hielten wir engen Kontakt mit Kai seinem Chef. Er war teilweise auch so verzweifelt wegen den Behörden, das er nur anrief um mit uns darüber zu sprechen. Wir sprachen uns dann gegenseitig Mut zu. Er fragte sogar ob er in der Zwischenzeit nicht etwas für Isabell tun könnte. Letztendlich warteten wir ganze 9 Monate auf die LMO und das nur, weil die Behörde den Antrag bis Dezember gar nicht angeschaut hatte.

Endlich kamen die Papiere
Am 24.01.2008 war sie dann endlich da, die LMO. Wir freuten uns wie verrückt. In der Zwischenzeit meldete sich noch ein anderer Arbeitgeber aus Edmonton der Interesse an Kai hatte. Wir sagten jedoch ab, da wir bereits so ein gutes Verhältnis zum jetzigen Arbeitgeber hatten, dieser mit 6 Wochen Verspätung auf die Bewerbung reagierte und die Email sehr komisch geschrieben war - diese Entscheidung sollte sich später als richtig heraus stellen.

Nun schickten wir alle Formulare an die kanadische Botschaft in Berlin. Das war unsere letzte Hürde. Am 22.02.2008 kam sie dann, die Work Permit. Jetzt wurde es ernst und wir überlegten wie wir es am besten machen sollen. Um das Risiko gering zu halten, entschieden wir uns für den schwersten Schritt, das Kai erst einmal alleine nach Kanada geht. Ich behielt meinen Job in der Schweiz, damit Kai jederzeit zurück kommen kann, falls er merkt, das sich alles als Horror entpuppt. Wir waren lange der Meinung, das wir als Sicherheit ein halbes Jahr voneinander getrennt leben sollen. Entschieden uns dann aber für ein viertel Jahr. Was lang genug für uns beide war.

Der erste schwere Abschied
Am 06.04.2008 ging Kai sein Flieger nach Kanada. Am 14.04. sollte er anfangen zu arbeiten. Bevor Kai nach Calgary flog, rief er seinen Chef an und sagte ihm, das er nun sicher kommt. Er war so besorgt um Kai, das er ihn darum bat, nach seinem Flug nicht weiter nach Edmonton zu fahren, sondern in Calgary zu übernachten und am nächsten Tag nach Edmonton zu fahren. Kai hatte dies dann auch getan. Am Dienstag ging er dann bei seiner neuen Firma vorbei. Kai fühlte sich sofort richtig wohl. Er hatte ziemliche Probleme ein Apartment zu finden da viele der im Internet angebotenen Appartments schon weg waren, ohne das die Inserate entfernt worden oder erst in 2-3 Monaten bezugsfertig waren, was auch nie dabei stand. Da bot ihm der Arbeitgeber an, wenn Kai bis Donnerstag nichts gefunden habe, dann lasse er sich was einfallen und bot Kai ebenso finanzielle Unterstützung an, die wir aber nicht benötigten. Am Mittwoch fand er dann ein Appartment. Der Arbeitgeber fragte Kai was er diese Woche noch so zu erledigen hat. Kai sagte nichts, da er die fälligen Behördengänge schon absolviert hatte. Da fing Kai dann schon am Mittwoch den 09.04. an mit arbeiten.

Fazit
Kai hat einen super Arbeitsplatz gefunden. Er wird gut bezahlt, hat gute Arbeitszeiten und keinen Schichtdienst. Der Großteil der Mitarbeiter ist schon 15-20 Jahre in der Firma welche darauf bedacht ist gute Mitarbeiter langfristig zu binden.
Nach ein paar Wochen hat Kai dann auch näheres über die andere Firma erfahren, welches sich “etwas” verspätet auf die Bewerbung gemeldet hat. Diese Firma agiert nach dem Hire & Fire - Prinzip, sie bläst bei Bedarf den Mitarbeiterbestand schnell um 300% auf, um dann nach 6-8 Wochen, wenn das Geschäft getan ist, die Leute wieder zu feuern.
Der Arbeitgeber hat jetzt die Verlängerung für die LMO beantragt. Im Oktober wird der Arbeitgeber das Provincial Nominee Programm beantragen. Bis jetzt läuft alles super in der Firma. Kai versteht sich sehr gut mit seinen Arbeitskollegen. Wir wissen auch, das es  hätte schief gehen können, aber wir hatten nun einmal Glück.

Wenn wir Kanada vielleicht einmal verlassen müssen, dann müssen wir das eben. Aber wir sind jetzt in dem Land, haben ein super schönes, glückliches Leben und genießen die Zeit die wir haben. Wir würden alles wieder genauso machen. Wir kämpfen dafür hier zu bleiben, weil das unser größter Wille ist und bis jetzt liegt es in unserer Hand dies zu erreichen..

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