Oktober - Dezember 2008

Antwort auf Tanjas Brief

Liebe Tanja, wir danken Dir für den schönen Brief, den Du an unsere Familien, Freunde und Bekannte geschrieben hast. Bei vielen Abschieden wird oft geredet: wir kommen Euch besuchen. Leider bleibt es auch oft dabei. Um so mehr, hat es uns im großen Maße überrascht, das Ihr es tatsächlich wahr gemacht und einen Flug gebucht habt.

Es war unglaublich schön, das wir Euch dieses Land, welches wir so lieben, zeigen konnten.

In einigen Berichten schreiben wir, das wir unsere Gefühle nicht in Worten ausdrücken können. Das man das, was man sieht, an andere nicht weitergeben kann. Es war toll zu lesen, das Ihr die Dinge genauso atemberaubend empfunden habt und ihr ebenso keine Worte für die schönen Dinge finden konntet. Es war wunderschön all das, was uns bewegt und glücklich macht mit Euch zu teilen. Es war jeder Moment einzigartig. Am schönsten fanden wir unsere Reise nach Jasper. Wir wissen nicht wann wir das letzte Mal so gelacht haben. Außerdem war die Fahrt sehr schön, wo wir den unglaublichen Mond gesehen und dann mitten in der Wildniss einen wunderschönen Sternenhimmel angeschaut haben. Die Skat und Black Jack Abende fanden wir auch schön. Sehr lustig war ebenso unsere Chaosbestellung bei Taco Bell. Davon brauchten wir eine Weile um uns zu erholen. Es war eine schöne Zeit. Danke für Euren Besuch. Wir werden ihn nicht vergessen.

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08100013Indian Summer

Endlich erleben wir den Indian Summer. Wenn in Deutschland/Schweiz noch längst nicht an Herbst zu denken ist, fängt es hier schon an, gelb und rot zu werden. Ebenso sinken die Temperaturen. Schon Anfang September gab es Nächte mit –1 Grad. Jetzt kommt die schöne Jahreszeit die Isabell so liebt. Die Herbst- und die Weihnachtszeit. Wir haben unser Appartment auch schon für Thanksgiving geschmückt. Die Halloweendeko folgt demnächst. Hier bekommt man super günstige Dekosachen, für die wir unzählige Euros in Deutschland bezahlt hätten. Bereits am 12. Oktober hatten schon fast alle Bäume ihre Blätter verloren. Es ist wahnsinnig wie kurz und intensiv der Herbst hier ist, es ist etwas ganz anderes als in Europa. Aber bis auf 1-2 Tage haben wir jeden Tag Sonnenschein und strahlenden blauen Himmel.

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Thanksgiving
Montag 10. November 2008

08100001Wir haben dieses Jahr ein ganz besonderes Thanksgiving gefeiert. Endlich durften wir es in unserer neuen Heimat feiern. Kai hatte an diesem Wochenende sein langes freies Wochenende. Umso mehr haben wir die Zeit miteinander genossen. Wir haben uns eine super leckere Torte geholt. Die war wieder erste Sahne. Man hat hier immer soviel Auswahl, das es einem manchmal richtig schwer fällt sich zu entscheiden. An einem dieser Tage entschieden wir uns nördlich aus Edmonton raus zu fahren und zwar nach Prairie Garden. Dort gibt es einen kleinen Erlebnisgarten, da gab es: unzählige Kürbisse in verschiedenen Größen, Heuballen in verschiedenen Größen, Heuballenlabyrinth, Geisterhaus, Gewächshäuser, Streichelzoo, Candyhaus (Süßigkeitenhaus),... Außerdem konnte man Kürbisse anmalen, seine eigene Vogelscheuche bauen, Traktorkutschfahrten mitmachen, Kürbisschiessen und in einem riesengroßen Maislabyrinth sich verirren. Das war super genial gemacht, ist so eine tolle Idee und vor allem für Kinder eine so lehrreiche Sache. Es war alles so toll dekoriert, auch wir. Man mußte eine funny Perlenkette tragen, welche der Nachweis war, das man seinen Eintritt bezahlt hat. Dort gab es auch verschiedene Lagerfeuerstellen welche man sich für Geburtstage oder andere Anlässe mieten konnte.
Es war richtig bitterkalt, aber wir hatten blauen Himmel und Sonnenschein – wie meistens hier in Edmonton. 08100002Im Maisfeld hatten wir den meisten Spaß. Wir haben uns auf unsere Maiswünschelrute verlassen. Nachdem wir einmal im Kreis gelaufen sind, haben wir dann aber dank der Sonne wieder zum Ausgang gefunden. Zum Festessen gab es bei uns traditionell einen Braten, leider keinen Truthahn- sondern Schweinebraten, (da es hier nur riesen Truthähne gibt, wo wir mindestens 1 Woche daran essen würden) mit Honey-Garlic Soße, typisches Thanksgivinggemüse (Mais, Bohnen, Erbsen und Karotten) und wie hier auch typisch Mushed Potatoes (Kartoffelpürree). Es hat lecker geschmeckt.
Wir haben den Brauch amerikanischer Familien übernommen, das man sich sagt, für was man dieses Jahr besonders dankbar ist:

Wir sind dieses Jahr besonders unseren Familien und Freunden dankbar. Eure ganze Unterstützung hat uns sehr viel bedeutet und uns immer Kraft gegeben. Wir haben Euch alle ganz lieb und drücken Euch von ganzen Herzen.

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Halloween
Sonntag 16. November 2008

08100009Dieses Jahr konnten wir unser erstes richtiges Halloween feiern. Es ist unglaublich was es hier alles gibt. Halloween geht hier ca. 1 Woche. Dieses Jahr vom 24.10. – 31.10. In diesem Zeitraum fanden überall Halloween-Partys statt. Wir haben uns aus dem riesengroßen Angebot an Kostümen natürlich auch eingedeckt. Isabell kaufte sich ein Kostüm einer Witch (Hexe) und Kai ein Kostüm als gesichtsloser Mönch. Wir entschieden unser Halloween bei einem Grußel-Event im Fort Edmonton Park zu feiern. Wir kauften uns die Eintrittskarten bei Ticketmaster im Vorverkauf. Am Halloweenwochenende hatte Kai frei. Wir haben Kürbisskekse gebacken, Pancakes mit orangefarbenen ausgestochenen Kürbissen gegessen, verschiedene Halloweensüßigkeiten gekauft und Mummys gebacken (Hotdog im Teigmantel). Auch unser Appartment wurde im Halloween-Style aufgewertet. Ein riesengroßes Spinnennetz mit 2 großen Spinnen schmückte unseren Essbereich,aber unser Haus-Ghost passte auf uns auf und leuchtete Nachts kräftig. Die Fledermäuse haben uns nicht zu Vampiren gemacht.

Am Samstag den 25.10. war es dann soweit.Schon einen Tag vorher hatten wir starke Stürme. An diesem Samstag war es nicht anders, im Gegenteil. Der Wetterdienst meldete das es sogar noch schlimmer werden sollte. So war es dann auch, die Stürme nahmen immer mehr zu und es waren Windgeschwindigkeiten von 100km/h. Der Schnee fiel dadurch nicht senkrecht sondern waagerecht runter , Wind-/Schneeverwähungen und –6 °C die aber durch das Wetter wie gefühlte –15 °C waren. Somit konnten wir unsere Kostüme vergessen, da uns alles weggeflogen wäre. Aber da wir für die Karten fast 40 Dollar bezahlt haben, entschieden wir uns, trotzdem hin zu fahren. Als wir am Park angekommen sind, hörte es dann auch auf zu stürmen und zu schneien. Es waren sehr viele Menschen da. Aber es war so bitterkalt, weil imme rnoch ein Polarwindchen wehte. Die Kostüme der anderen waren einfach unglaublich. Man merkt sofort, das man in einem Land ist, was damit aufgewachsen ist und nicht wie in Europa wo versucht wird, dieses Fest zu imitieren.

08100010Zu diesem Event wurde der ganze Fort Edmonton Park komplett geschmückt. Einfach unglaublich. Überall hingen orange- und weißfarbene Geisterbeutel an den Bäumen, es war jedes Haus mit Kürbissen oder gruseligen Sachen geschmückt. Der ganze Park war dunkel und es wurden sehr viele Lichteffekte mit verschiedenen Farben erzeugt. Alles war mit künstlichen Spinnweben, Spinnen, Skeletten und Skeletteilen versehen. Es liefen urgruselige Schausteller herum. Auf einem Platz lagen echte Menschen als Leichen und in regelmäßigen Abständen spielten sie das Lied Thriller von Michael Jackson ein und erwachten sie zum Leben. Die Häuser wurden als Geisterhäuser umgewandelt.

08100011Das war so schrecklich gruselig, das wir (wegen Isabell) in kein einziges reingegangen sind. Es war zu extrem für Isabell, daran muss sie sich erst einmal gewöhnen. In einem Haus waren echte Vogelspinnen und Schlangen, die man anfassen konnte, also so was wie ein Streichelzoo - da war es vorbei bei Isabell. Also Halloween ist echt super gelungen – Isabell hat sich gegruselt wie verrückt. Wir haben unsere Kostüme trotzdem angezogen um sie wenigstens Euch zu zeigen. Vielleicht können wir sie nächstes Jahr tragen. Also auch zu dieser Jahreszeit lohnt sich ein Besuch bei uns. Wer den Herbst einmal spannend anders erleben und spooktakuläre Dinge sehen möchte, der sollte zu dieser Jahreszeit nach Kanada reisen.

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Meteoriteinschlag
Dienstag, 25. November 2008

Am Donnerstag den 20. November saßen wir nach meiner Arbeit gemütlich bei einem Kaffee am Küchentisch. Ich schaute zu Isabell und sie schaute aus dem Fenster... und dann war sie völlig aus dem Häuschen ” hast du den Licht-Blitz gesehen? ” fragte sie mich immer wieder... aber nein ich hatte nur Isabell im Auge. Gewitter gibt es um diese Jahreszeit nicht, ein Atomkraftwerk haben wir hier auch nicht, für eine Explosion fehlte der laute Knall... wir wußten nicht was es war bis es die Nachrichten uns am nächsten Tag verrieten. Ein nicht all zu kleiner Meteor ist östlich von Edmonton niedergegangen. Die genaue Einschlagstelle konnte noch nicht lokalisiert werden. Die Aufnahme stammt aus der Kamera eine Polizeiautos auf Streifenfahrt.
 

Ein immer größer werdendes Licht, das den Nachthimmel erhellt: Bewohner der kanadischen Prärieprovinzen wurden in dieser Woche Zeugen eines furiosen Meteoritentreffers. Nun suchen Forscher nach den Resten des Einschlagkörpers. Der Meteorit sei einer der hellsten gewesen, die in Kanada in diesem Jahrzehnt beobachtet worden seien, sagte Hildebrand. Der Himmelskörper war am Donnerstagabend in die Erdatmosphäre eingetreten und hatte den Himmel als gut sichtbarer Feuerball erleuchtet. ....
Die Aufnahmen scheinen zu zeigen, dass der fallende Meteorit noch in der Luft in zahlreiche Stücke zerbrochen ist. Ursprünglich habe er wohl ein Gewicht zwischen einer und zehn Tonnen gehabt - und eine Größe "irgendwo zwischen einem Stuhl und einem Schreibtisch", wie Forscher Hildebrand es ausdrückte. (Quelle: spiegel.de)

Hier einige Zeitungsausschnitte:

Über Westkanada ist letzte Woche ein Meteorit niedergegangen. Polizisten filmten auf einer Patrouille den Sturz des Himmelboliden: Was zunächst noch als kleiner, heller Punkt erscheint, wird schnell immer grösser und heller. Ein wahrer Feuerball!
Über 400 Meldungen gingen nach dem Einschlag des Meteoriten bei der Polizei ein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass er noch in der Luft in viele grössere und kleine Stücke zerbrach. Nach diesen wird jetzt im Grenzgebiet der kanadischen Provinzen Alberta und Saskatchewan gesucht. Und die Zeit drängt: Denn die Reste des Meteoriten verwittern oberflächlich sehr schnell.
Nicht nur die Wissenschaftler, auch professionelle Meteoritenhändler interessieren sich brennend für den Himmelsstein: Sie bieten bis zu 10´000 Dollar für das erste Kilo der schwarzgrauen Brocken. (Quelle: Blick.ch)

 

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Bright Nights Edmonton
Dienstag, der 25. November 2008

08110001Ja nun ist es endlich soweit. Es ist November und Isabells allerschönste Jahreszeit beginnt. Wie einige von Euch wissen, warten wir hier sehnsüchtig auf den ersten richtigen Schnee. Es hat schon ein paar mal geschneit, aber leider nur so wenig, das es nur ein paar Stunden liegen blieb. Na ja und die Temperaturen schwanken auch ziemlich. Isabell erlebte ihre ersten –11°C. Sie hatte sowas das letzte Mal erlebt, als sie noch ein Kind war. Das war schon heftig für sie und ihr war ziemlich kalt. Die Vorstellung, das es hier –20°C bis –35°C im Winter wird, wollte sie sich gar nicht erst machen. Nächste Woche wird sie dann die Wärmeunterwäscheabteilung leer kaufen. Ebenso hat sie sich schon Schuhe angeschaut die für bis –40°C geeignet sind. Ja der Winter lässt auf sich warten. Momentan schwanken wir zwischen –5°C und 7°C.

Am 15. November eröffneten die Bright Nights in Edmonton. Auf dem Churchhill Square in Downtown wurde Kanadas grösster Weihnachtsbaum aufgestellt. Ebenso waren einige Zelte aufgebaut, in denen es selbstgemachte Handwerkskunst, Schokolade und andere Sachen gab. Auf einer Bühne spielten Musiker und es wurde der Santa Claus erwartet. Es waren sehr viele Menschen da, vor allem auch Kinder. Das lag zum Grossteil an dem “milden” Wetter. Der Moderator erzählte, das es in anderen Jahre nicht so viele Menschen waren, z.Bsp. 1945 lagen 45 cm Schnee und es war –23° C kalt.
Es begann damit, das alle nach Santa Claus rufen mussten. Ja dann kam er auch und hatte an seinem Ohr ein Handy. Am anderen Ende befand sich Mrs. Claus und alle mussten Mrs. Claus begrüssen. Er eröffnete dann die offzielle Vorweihnachtssaison. Es wurde ein Countdown gezählt und bei 0 erstrahlte der ganze Churchhill Square in einem Lichtermeer. Der grösste Weihnachtsbaum Kanadas erstrahlte mit über 8000 Lämpchen. Überall standen bewegende Lichterfiguren. Das war aber noch lange nicht alles. Passend zur Weihnachtsmusik eröffnete dann ein super grandiöses Weihnachtsfeuerwerk. Sowas tolles haben wir noch nicht gesehen. Ein Beispiel: es fielen dann lauter Feuerwerkschneeflocken herunter und tänzelten in der Luft. War einfach wunderschön anzusehen. Nach diesem Event gönnten wir uns eine Gingerbread Vanilla Chocolate. Mmmhhh war das lecker.08110002

Die Bright Nights bedeuten, das man in der dunklen Jahreszeit die Stadt erstrahlen lässt. Hier haben einige auch schon ihre Weihnachtsbeleuchtung ausgepackt – meine Güte, wir müssen schon sagen, da gibt’s was zu sehen. Da sind wir in Deutschland schon einfallslos und sparsam dagegen. Beweissfotos werden wir natürlich in der Diashow präsentieren. Leider immer in Etappen, da sich die Bright Nights in der ganzen Stadt verteilen. Nächstes Wochenende fahren wir zum Alberta Legislature und in den Hawrelak Park, da befinden sich ebenso Ausstellungen. Die Bright Nights sind Kanadas grösstes Lichter Outdoor Festival. Im Hawrelak Park leuchten über 500 Weihnachtselemente.

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Ralf´s Tagebuch Woche 29.11. – 05.12.08

Am Samstag habe ich die letzten Vorbereitungen getroffen um mich auf die grosse Reise zu meiner Schwester vorzubereiten. Am Sonntag morgen klingelte dann schon um 5 Uhr der Wecker. Ebenso klingelte auch Skype und Isabell, Kai und ihre Bekannten begrüssten mich. Nachdem ich 3 Kaffee getrunken habe, holte mich unsere Freundin Piti ab und brachte mich mit all meinem schweren Gepäck zum Basler SBB Bahnhof. Auf spassiger Ebene verabschiedeten wir uns mit Taschentuch winken und viele Meter dem abfahrenden Zug hinterherlaufen.

08120002Ja nun war ich endlich im ICE und meine Reise dauerte 2h54min. Endlich am Flughafen Frankfurt angekommen suchte ich nun den Air Canada Schalter. Das war erstmal nicht so einfach, doch nach ein paar Minuten fand ich ihn dann und checkte meine Koffer ein. Ich ging danach noch meine letzte Zigarette rauchen und klebte mir mein Nikotinpflaster auf die Schulter. Durch die Sicherheitskontrolle gekommen, machte ich mich auf den Weg mein Gate zu suchen. Endlich gefunden, nun auf zum Duty Free, eine ganze Stange Zigaretten, einen Kaffee und was zu Essen gekauft.  Plötzlich strahlten meine Augen, was sah ich da, eine Raucherzelle. Ich begab mich sofort dorthin und rauchte genüsslich eine Zigarette. Dann nach einer Weile warten ging es in den Flieger. Ich hatte einen Fenstersitzplatz. Ich war begeistert von dem Comfort bei Air Canada. Jeder hatte seinen eigenen TV Bildschirm mit Touchscreen. Es gab viele Filme, Serien, Nachrichten und man konnte sogar Games spielen. Man konnte auch seinen Laptop anschliessen. Das Essen war ok, das Beste war zum Dessert gab es Eiscreme – mmmhhhh lecker. Insgesamt habe ich nur 2 Stunden geschlafen. Im Flugzeug füllte ich die Declarationcard aus. Isabell & Kai haben mir einen Vordruck gemacht und ausgefüllt. Eigentlich hätte ich es nur noch übertragen müssen, wenn sie die gleichen Formulare gehabt hätten, da sie aber etwas anders waren, musste ich etwas studieren – da ich ja kein Englisch kann. Aber ich habe alles geschafft. Als ich mit 15 min. Verspätung gelandet bin und aus dem Flieger draussen war, wollte ich gleich Isabell anrufen. Ja nur wo war mein Handy. Es war weg. Ich muss es wohl im Flugzeug verloren haben (beim schlafen ist es mir aus der Tasche gefallen). Als ich zurück wollte um es zu holen, hat man mich natürlich nicht mehr ins Flugzeug gelassen. Beim kanadischen Zoll hielt ich meinen Zettel hin worauf stand, das ich kein Englisch spreche und wenn sie Fragen haben, sollen sie meine Schwester und meinen Schwager ausrufen lassen. Ohne viel Hick Hack bekam ich den Stempel und durfte passieren um meine Koffer zu holen. Nachdem ich meine Koffer hatte, konnte ich endlich raus gehen und meine Schwester in den Arm nehmen. Ach war das eine Widersehensfreude. Ich war ziemlich überrascht, denn Isabell hat ziemlich abgenommen. Ich konnte sie hoch heben und noch fester umarmen. Ich bin echt baff gewesen als ich sie gesehen habe und bin wahnsinnig stolz auf sie. Nun gingen wir gleich zum Air Canada Package Service um den Verlust meines Handys zu melden. Wir warteten nochmals über eine halbe Stunde. Der nette Mann vom Service wollte uns nicht länger warten lassen und wir schrieben eine Lost & Found Anzeige. Er machte uns aber nicht Hoffnung das ich es wieder bekomme. Wir holten einen Kaffee, ich rauchte eine Zigarette und wir machten uns auf die Heimreise nach Edmonton. Zwischendrin habe ich etwas geschlafen. Während der Autofahrt klingelte der nette Mann vom Air Canada Service durch und teilte uns mit, das mein Handy gefunden wurde – Schwein gehabt. Nun ging mein kleines Handy mit dem Flieger erneut auf die Reise  zum Edmonton Airport. In Edmonton angekommen, gingen wir noch zu A&W Essen. Darauf habe ich mich schon so lange gefreut. Zu Hause angekommen, packte ich dann noch all die Geschenke für Isabell aus. Dies ging nicht allzu lange, denn wir waren sehr müde und gingen ins Bett. Als wir schon im Bett lagen klingelte das Handy von Kai nochmal und es war Air Canada Service Edmonton, das mein Handy gelandet ist und wir es abholen können. Wir vereinbarten es am Montag Abend abzuholen.

08120001Montag habe ich mit Isabell einen kleinen Shoppingtag eingelegt. Wir waren Dekosachen und Lichter einkaufen um das Apartment zu schmücken. Abends holten wir Kai von der Arbeit ab und haben anschliessend mein Handy vom Flughafen abgeholt. Danach haben wir die restlichen Beleuchtungssachen für den Balkon eingekauft.

ienstag haben wir dann alles im Apartment geschmückt und den Adventskalender gebastelt. Ich weiss etwas spät, aber ich wollte es unbedingt mit Isabell zusammen machen. Am Abend sind wir zu Taco Bell gefahren. Das war mal ein anderes Erlebnis einer Fastfoodkette. Hat mir auch sehr gut geschmeckt. Wir kauften noch die restlichen Wintersachen für mich ein. Darunter auch richtig schöne warme Pullover und Winterboots bis –20°Grad. Na hoffentlich reicht das.

Ja am Mittwoch sind wir dann bei –12°Grad spazieren gegangen. Die Sonne schien und durch den Schnee bin ich etwas Schneeblind geworden. Mir taten der Rest des Tages die Augen weh. Wir waren warm angezogen und die Temperaturen waren gar nicht so schlimm, es war sehr schön bei dem Sonnenschein und dem Schnee spazieren zu gehen. Auf dem Rückweg kam uns jedoch der Polarwind direkt entgegen und im gesamten Gesicht war das schon schmerzhaft.

Am Donnerstag haben wir uns ausgeruht und ein paar Filme angeschaut. Am Abend wollten wir eigentlich in ein italienisches Restaurant essen gehen, jedoch war es so voll, das wir über 35 min. warten müssten um einen Platz zu bekommen. Das wollten wir dann doch nicht, deswegen sind wir zu Montanas gegangen. Es gab leckere Spareribs, Chicken Wings und Baked Potatoes. Wir haben uns dann auch noch einen Winterbaileys Cocktail schmecken lassen.

Es war eine ruhige jedoch sehr schöne Woche. Am Wochenende haben die beiden einiges mit mir vor. Ich bin gespannt und lasse es Euch wissen in meinem nächsten Tagebuchbericht.

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Ralf´s Tagebuch Woche 06.12. – 12.12.08

Samstag morgen hat Isabell uns leckere Pancakes gemacht. Wir haben auch unsere Nikolausstiefel geleert. Ich hatte Schokolade und ein Bionic Modell. Danach sind wir  noch einmal einkaufen gefahren. Zu Mittag haben wir bei Tony Roma gegessen. Mmmmhhhh the world famoust ribs waren super lecker. Am späten Nachmittag ging es nach Downtown. Es setze plötzlich Freezing Rain ein. Der gesamte Churchhill Square (Rathausplatz) war eine einzige Eisfläche. Mittendrin ein 2,50m hoher Schneeberg, da bin ich hin geschlittert um darauf zu gehen. Direkt danach fuhren wir zum 08120003Alberta Legislature und schauten uns da die Bright Nights an. Das war der echte Hammer. Alles war mit Lichterketten und Lichterfiguren beleuchtet. Es war auch ein kleiner Aufbau von Eisskulpturen. Absolute Spitze war, die Legislature war geöffnet und es gab kostenlose Hot Chocolate. Wo erlebt man denn noch sowas. Es hat mir super gefallen. Auf der Nachhausefahrt ist Kai falsch gefahren und wir landeten auf einer leeren Anliegerstrasse. Durch den Freezing Rain waren diese Strassen das blanke Eis. Isabell zitterten die Knie. Ich überredete Kai etwas zu trifften. Er tat es dann auch leicht für mich. Während ich juchhe und juppie rief, kamen Angstschreie von Isabell. Wir lachten ziemlich darüber. Wir schmückten dann noch anschliessend den Weihnachtsbaum – ja für manche etwas früh, wir machen das normalerweise auch immer erst zu Weihnachten, aber hier machen das alle schon zum 1. Advent und überall stehen schon die geschmückten Bäume. Damit wir dieses Jahr auch mehr von unserem Baum haben, dachten wir, das wir uns dem anschliessen.

Sonntag Vormittag ging es dann nochmals shoppen, da Isabell einige Sachen fürs backen vergessen hatte und wir noch einige Sachen fürs Auto brauchten. Wir haben dann noch den restlichen Schmuck an den Weihnachtsbaum gehängt. Zum Kaffee gab es Original Dresdner Christstollen. Somit wäre der erste von den beiden aufgegessen. Gegen Abend ging es zum Bowlen. Wir hatten richtig Spass. Direkt neben uns war ein junges Paar. Isabell und Kai kamen mit denen ins Gespräch. Sie haben uns angesprochen woher wir kommen. Das finde ich immer super, das man hier  mit Menschen so toll ins Gespräch kommt.

Montag haben wir Plätzchen gebacken. Damit waren wir auch eine ganze Weile beschäftigt. Ebenso am Dienstag, da haben wir gleich weiter gemacht. Abends probierten wir das Boston Pizza Restaurant. Das war auch wieder ein Kracher. Am Dienstag haben sie Spezial Angebote und man bekommt viele Gerichte bis zu 5 CAD günstiger.

Mittwoch Mittag ging es in die West Edmonton Mall, wo wir uns mit einer Bekannten getroffen haben. Das war auch super nett und wir haben uns gut unterhalten. Anschliessend gingen wir zu Timothy`s World Coffee. Das ist eine andere Kaffeekette, aber eher weniger berühmt. Sie hebt sich sehr von den anderen ab, da es da speziell aromatisierte Latte Macciato und Cappucchino Spezialitäten gibt. Isabells aktuelles Lieblingsgetränk ist Gingerbread Vanilla Hot Chocolate. Ich mag da am liebsten den Caramel Latte Blend.

Donnerstag haben wir einen DVD Tag eingelegt. Freitag morgen haben wir erneut losgelegt mit backen. Gegen Mittag fühlte ich mich dann plötzlich ziemlich schlecht. Ich hustete ganz schrecklich und dabei hatte ich dunkelgelb eitrigen Auswurf. Ich bekam auch Fieber. Ab dann war es vorbei. Um 17 Uhr kam Kai von der Arbeit und wir sind dann um 17.45 Uhr gleich in die Medical Walk in Clinic gegangen. Es waren sehr viele Leute da und nur ein Arzt. Aber gut, wir wollten nicht noch herumfahren. Die Krankenschwester am Empfang war super nett und wir füllten alle notwendigen Papiere aus. Dann durfte Isabell auch gleich einmal ihre Kreditkarte hinlegen, da ich leider keine habe um die Behandlungsgebühren zu bezahlen. 120 CAD hat es gekostet. Dann warteten wir 2h 15min  bis wir ins Behandlungszimmer geschickt wurden. Das finde ich für eine Walk in Clinic völlig in Ordnung, denn in Deutschland wartet man  bei seinem Hausarzt auch so lange. Isabell und Kai begleiteten mich, da ich kein Englisch spreche. Im Behandlungszimmer warteten wir noch einmal 45 min, bis der Arzt kam. Nach insgesamt 3 h warten kam er dann endlich. Erst fragte er uns wieso er hier 3 Buddys hat und dann sagte er: ahhh because we have a german guy here. Dann sprach er sehr gebrochenes deutsch mit uns, da er
ursprünglich aus Polen kommt. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben mit uns deutsch zu sprechen, obwohl Kai ja super Englisch spricht. Nachdem er mich dann fertig untersucht hat – dies hat er sehr gründlich gemacht, sprach er nur noch Englisch mit Isabell und Kai. Ich hörte nur gebrochen: Oh Ralf ich weiss nicht wo Du das her hast. Als dann der Schock bei Isabell und Kai im Gesicht stand, machte ich mir etwas Sorgen. Ja meine Diagnose lautete schwere Lungenentzündung. Wenn man den Schweregrad einer Lungenentzündung  von 0 – 100%  Prozent einteilen würde, liegt der Schweregrad meiner Erkrankung bei über 70%. Nebenbei habe ich noch eine Mittelohrentzündung und eine Nasennebenhöhlenvereiterung diagnostiziert bekommen. Der Arzt meinte, das er ein sehr starkes Antibiotika verschreiben muss. Für die Ohren gab es dann auch noch flüssiges Antibiotika. Ausserdem muss ich stündlich Atemübungen machen und Isabell muss mir 2 x täglich medizinisch therapeutisch das Sekret aus der Lunge klopfen. Habe ich mich gefreut das sie Krankenschwester ist.

Was dann sehr überwältigend war, er schrieb uns seine Pagerhandynummer auf und seine Arbeitszeiten in den verschiedenen Walk in Clinicen und meinte, wenn irgend etwas mit mir sei, sollen wir anrufen und sofort zu ihm kommen. Beim herausgehen sagte er noch zu Isabell, das sie seine Deutschlehrerin sein könnte. Isabell und Kai lachten dann wieder und redeten noch nett mit dem Arzt. Was Isabell super fand, das der Arzt stets mit Mundschutz herum lief – um sich und andere Patienten zu schützen. Es war nicht so ein Flattermundschutz wie es in Deutschland gibt, sondern ein Vollplastikschutz wo direkt mit Nase und Mund abschliess und wirklich keinen Freiraum übrig liess. In der Pharmacy bekam ich dann wie im TV die Medizinbehälter. Für die beiden Medikamente musste ich auch 130 CAD bezahlen (gut das ich eine Auslandsversicherung habe und mir das Geld wieder zurück holen kann).08120004

Irgendwann gegen 22 Uhr waren wir dann zu Hause. Isabell machte sich riesige Sorgen um mich. Sie blieb bis nachts 3 Uhr wach, kümmerte sich um mich, wachte über mich und machte kein Auge zu. Ich möchte mich hier noch einmal bei Isabell und Kai für alles bedanken. Ich fühlte mich auch psychisch etwas schlecht, da ich ja hier war um Urlaub zu machen, etwas zu erleben, nicht um krank zu sein. Aber für diese Diagnose muss man sagen, ging es mir noch pasabel und schnell wieder besser (wahrscheinlich durch das gute Antibiotika).

Ebenso hatte ich Angst Kai anzustecken, denn wenn man hier durch Krankheit Arbeitsausfälle hat, bekommt man das nicht bezahlt, also kein Gehalt – ausser es handelt sich um ein Arbeitsunfall. Das Antibitioka wirkte sehr schnell bei mir, aber dennoch war Samstag und Sonntag flachlegen angesagt. Ich möchte mich hier auch bei allen bedanken, die nach mir gefragt haben, ihre Hilfe angeboten haben und für uns da gewesen sind. Danke auch an alle Genesungswünsche – ich habe mich sehr darüber gefreut

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