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Arbeitssuche und Arbeitsplatz

Viele Auswanderer haben verschiedenste Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht und die Hauptfrage für viele die Auswandern wollen lautet “Wie finde ich einen Job in Kanada?” Dafür gibt es annähernd unendlich viele Wege, wir wollen einige hier Vorstellen.

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Viele Auswanderer sind über die, bis 2009 in Essen und Leipzig stattfindenden, Jobmessen nach Kanada gekommen. Wie immer gab es auch hier für Auswanderer  verschiedene gute und schlechte Erfahrungen, wobei die guten mehrheitlich überwogen. Probleme gibt es manchmal vor Ort in Kanada, da auf den Messen selten jemand von den Unternehmen vor Ort ist sondern mehrheitlich Stellenvermittler, welche teilweise auf Provisionsbasis arbeiten und manchmal auch den Arbeitsuchenden nur das erzählen was diese hören wollen. 2010 wurden diese Veranstaltungen ausgesetzt da es durch die Rezession sehr viele Arbeitslose in Kanada gab. Wenn die wirtschaftliche Erholung anhält kann man vielleicht ab 2011 mit neuen Veranstaltungen rechnen. Informationen darüber wann es wieder Job-Messen gibt und was man dazu mitbringen muss gibt es auf der Webseite der Arbeitsagentur / Auslandsvermittlung. Alles in allem bietet dies die beste Möglichkeit nicht nur einen Job sondern auch ein Unternehmen zu finden was bei der Einwanderung behilflich ist.

BAEin weiterer Weg ist, sich direkt über die Webseite des Arbeitsamtes (Bundesagentur für Arbeit) um Jobangebote bewerben. Wichtig ist hierbei darauf zu achten auf was für ein Visa - Programm das ganze basiert, sonst kann man auch ganz schnell in eine Falle tappen und der vermeintliche Traum entpuppt sich als Alptraum. Wichtige Informationen zu den Visa - Programmen werden schon auf der Seite der BA-Auslandsvermittlung gegeben man sollte sich trotzdem nicht scheuen das ganze nochmals ausführlich auf der Seite der Kanadischen Botschaft nachzulesen. Leider ist bei den meisten Jobangeboten hier, einem Grossteil der Unternehmen nicht wirklich daran gelegen dem zukünftigen Arbeitnehmer zur Immigration zu verhelfen, vielmehr beziehen sich die Jobangebote auf 1-2 jährige Arbeitsprogramme an deren Ende die definitive Rückkehr nach Deutschland steht. Diese Programme sind meist auch nur für Singles geeignet, weil die Jobs nicht gerade reich machen und/oder viele Programme eine Mitnahme und ein Bleiberechte der Familie einfach nicht vorsehen.

ypEin weiterer Weg hier einen Job zu finden wäre sich eine Firma aus den Gelben Seiten von Kanada in seiner Berufsgruppe heraus zu suchen und diese direkt anzuschreiben, achtet darauf das die Firma eine Internet-Präsenz hat wo man weitere jobbankInfos sammeln kann, oder man kann über die Jobbank (Arbeitsamt) einen Arbeitgeber zu suchen. Hier lohnt es sich ein Auge darauf zu haben, welche Jobs schon länger annonciert sind, dann macht es durchaus Sinn auch mal eine Bewerbung aus Deutschland zu schreiben weil dies ein Zeichen dafür ist, das es auf dem kanadischen Arbeitsmarkt dieser Region nicht ausreichende Arbeitskräfte für diesen Job gibt. Ja auch hierbei haben sicher einige schlechte Erfahrungen gemacht (ich hör euch jammern), aber viele haben auf diesem Weg auch überaus gute Erfahrungen gemacht. Man kann mit seinem Job, egal wo, immer Pech oder Glück haben. Wenn der Chef ein A... ist, das liegt nicht an Kanada und an den Weg wie man an den Job gekommen ist, von diesen Chefs gibt es in Deutschland mehr als genug und vielleicht ist man an der Misere auch nicht ganz unbeteiligt.

Jobvermittler und Auswanderungs-/ Immigrationshelfer sind auch ein Thema für sich. Es gibt viele schwarze Schafe in dieser unübersichtlichen Branche und über fast jede Consultingfirma irgendwelche Negativ-Berichte. Allerdings gibt es auch sehr viele zufriedene Kunden. In mir persönlich weckt es ein komisches Gefühl, wenn ich für eine Jobvermittlung mit Arbeitsvisa nach Alberta z.B. 4.000 Euro zahlen soll und hier später dann erfahre das eine Jobvermittlung für einen Job in Alberta gegen irgendeine Art von Gebühr gegenüber dem Arbeitnehmer eine Straftat ist und mit hohen Geld- und Haftstrafen belegt wird. Wenn die Jobvermittlung gratis ist, was hat dann 4.000 Euro oder mehr gekostet, das Ausfüllen des Antrages für das Arbeitsvisa? Wer es bequem mag, das nötige Kleingeld hat, noch kleine Probleme mit der Sprachbarriere hat oder wem diese Helfer von Freunden und Bekannten empfohlen wurden für den ist das sicher der richtige Weg. Was der richtige Weg ist muß jeder für sich selber heraus finden.

Nicht jede erteilte Work Permit für den Antragsteller, bringt automatisch eine Open-Work-Permit für den verheirateten Lebenspartner mit sich. Diese Open-Work-Permits gibt es nur wenn der Hauptantragsteller in den Skill-Level 0, A oder B arbeitet und selbst dann unterliegen diese noch Einschränkungen die jeweils auf den Work-Permits aufgedruckt sind. Wenn der Antragsteller im Skill-Level C oder D arbeitet erhält der Lebensgefährte nur einen Visitor-Record (Duldungserlaubnis) und muss selber eine Work-Permit beantragen, falls er einen Arbeitgeber findet welcher eine LMO hat.

Unser Erlebnisbericht - kann nicht verallgemeinert werden

Kai hat einen guten Job gefunden. Er verdient einen guten Stundenlohn als Plating Assistent. Er arbeitet aufgrund der unendlichen Arbeit immer 12 Tage am Stück (je nachdem wie die Feiertage fallen auch mal bis zu 18 Tagen am Stück, hat aber auch schon mal 3 Wochen am Stück gearbeitet) und hat dann 2 Tage (oder je nachdem wie die Feiertage fallen 3 Tage) frei. An jedem Samstag den er arbeitet, bekommt er 50 %, an Sonntagen 100 % und an offiziellen Feiertagen 150% Lohnzuschlag auf seinen Lohn obendrauf. Auch jede einzelne Überstunde bekommt Kai mit 50% Zuschlag bezahlt. Er arbeitet keine Minute für umsonst. Das heisst, wer arbeiten kann und arbeiten will, kann auch gut verdienen. Als Isabell noch in Deutschland war, hat Kai (in Edmonton) nur gearbeitet und dementsprechend gut verdient. Die Arbeitszeit fängt 8 Uhr morgens an und endet 16.30 Uhr. Es gibt 3 Pausen, Frühstück (10 min), Mittag (30 min) und Kaffeepause (10 min).  Am Wochenende und an den Feiertagen wird gearbeitet bis die Arbeit fertig ist, das kann nach 4 Stunden oder nach 8 Stunden sein.
Kai bekommt alle 14 Tage einen Gehaltsscheck, was wir super finden. Der Nachteil hier in unserem Fall, Kai bekommt nur das bezahlt was er arbeitet. Das heisst, nimmt er einen Tag frei, bekommt er keinen Cent Geld, ebenso bei “Krankheit”. Das bekommt man nur bezahlt, wenn es ein Arbeitsunfall war oder eine Versicherung hat, die das abdeckt.
Momentan haben auch wir mit der weltweiten Rezession zu kämpfen. Besonders schmerzhaft war der Einbruch der Ölpreise auf knapp über $ 30 je Barrel. Viele Unternehmen in der Ölbranche stellten die Arbeit ein, weil mit diesem niedrigen Preis keine gewinnbringende Ölförderung in Kanada möglich ist (der Ölpreis sollte über $ 60 liegen damit es sich für die Unternehmen hier lohnt). Leider sind hier in Alberta fast alle Firmen mehr oder minder direkt oder indirekt mit dem Ölgeschäft verknüpft, was voll auf unsere Firma durchschlug, da diese auf Reparaturen von Ölförderequipment spezialisiert ist. Nachdem Kai in der ersten Jahreshälfte öfters mal einen unbezahlten Tag frei nehmen musste, seit März 2009 sogar jede Woche einen Tag. Nun ist auch seine Firma seit Mitte Juli 2009 in einem Kurzarbeitsprogramm (Worksharing), so das Kai wenigstens am erzwungenen Frei noch ein paar Dollar vom Arbeitslosengeld bekommt.

wrong way

Vorsicht!
Wer nach Kanada kommt und denkt das hier ist ein Sozialstaat wie Deutschland, der begibt sich in höchstes Risiko. Wer hier “krank” ist, ist dies auf eigene Kosten, denn es gibt keine Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall. Gleiches gilt auch, wenn die Kinder “krank” sind. Einzig bei einem Arbeitsunfall gibt es Lohnersatzleistungen vom WCB (Berufsgenossenschaft) und die agieren auch nicht anders als deutsche Berufsgenossenschaften, sobald man zahlen soll, versucht man sich herum zu drücken.

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Arbeitslos was nun? In Kanada gibt es bis zu einem Jahr EI (Arbeitslosengeld) allerdings nur wenn man “Layoff” geschickt wurde, d.h. aus Arbeitsmangel entlassen wurde. Wurde man gefeuert, so gibt es “0”, nichts bzw. überhaupt nichts. Man kann dagegen zwar auch vor Arbeitsgerichten klagen, wie hoch dort die Aussicht auf Erfolg ist vermag ich nicht zu sagen.
Wie lange man Arbeitslosengeld beziehen kann richtet sich nach der Menge der Arbeitsstunden die man zuvor geleistet hat und dem Wohnort. Kanada ist dafür in 58 Zonen unterteilt. In Teilen Quebecs, der Ostküste und im fast unbewohnten Norden genügen 420 versicherungspflichtige Arbeitsstunden (52 Tage) um Anspruch auf Arbeitslosengeld für 37-50 Wochen zu haben. Für Edmonton sind es momentan 630 Stunden (79 Tage), vor einem Jahr musste man noch über 720 Stunden vorweisen, um überhaupt Anspruch auf 22 Wochen Arbeitslosengeld zu haben. Ist der Anspruch auf Arbeitslosengeld ausgelaufen, sollte man entweder einen neuen Job haben, oder sich bereit machen unter eine Brücke zu ziehen. Weitere Sozialhilfen (Hartz IV) sind nicht vorgesehen.
Tabelle der kanadischen Regierung zur Feststellung der Berechtigung auf Arbeitslosengeld.

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